Montag, 21. März 2016

Lolas Rezension zu Die Sehnsucht des Vorlesers von Jean-Paul Didierlaurent

In 80 Wörtern durch das Buch:
Guylain Vignolles liebt Bücher und hasst seinen Job in einer Papierverwertungsfabrik. Darum liest er jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit im Regionalzug um 6 Uhr 27 laut ein paar Seiten vor, die er am Tag zuvor der Schreddermaschine entrissen hat: sein ganz persönlicher Akt der Rebellion gegen die Vernichtung von Literatur.
Eines Tages entdeckt er im Zug einen USB-Stick, auf dem das Tagebuch einer jungen Frau gespeichert ist. Tief bewegt liest er nun ihre Geschichten vor - und der Zauber springt auch auf die Mitreisenden über. Sie macht die Schwere seines Lebens leichter. Er muss diese Frau finden!

Zum Autor:
Jean-Paul Didierlaurent, 1962 in La Bresse/Elsass geboren, lebt nach einigen Jahren in Paris nun wieder in seinem Heimatort und arbeitet im Kundencenter eines Telekommunikationsunternehmens. 1997 hat er zum ersten Mal zwei Erzählungen bei einem Schreibwettbewerb eingereicht - und beide haben gewonnen. Seither hat er etliche preisgekrönte Kurzgeschichten geschrieben. ›Die Sehnsucht des Vorlesers‹ ist sein erster Roman.

Cover:
Ich finde das Cover sehr schön und sehr passend. Ich mag vor allem, dass man den Riss auf der Rückseite des Buches fühlen kann.

Meine Meinung:
Die Geschichte ist sehr, sehr ruhig. Der Protagonist ist sehr toll gezeichnet, wie auch alle Nebencharaktere. Er ist mit seinen vielen angewohnten skurrilen Zügen sehr realistisch und man muss ihn einfach als Leser mögen. Auch alle Nebencharaktere sind so besonders, dass man die meisten sehr mag, außer die "Bösen" natürlich.
Der Schreibstil ist zwar an manchen Stellen sehr ausschweifend, aber er ist poetisch und hat mich verzaubert.
Doch leider war mir das Buch manchmal zu ruhig, die Beschreibungen zu lang und die Geschichte kam nicht vorwärts.
Es löst auch nicht wirklich eines der angesprochenen Problemen, sondern wirkt wie der Ausschnitt aus dem Leben des Protagonisten.
Die Frau, deren Text er findet, mochte ich sehr, sehr gerne und ich mochte den Unterschied zwischen ihren Texten und dem eigentlichen Text. Aber leider kam ihre Welt mir ein bisschen zu kurz, denn sie sowie ihre Nebencharaktere fand ich fast noch besser als die aus Guylains Geschichte.
Ich habe irgendwie trotzdem mehr Spannung erwartet, aber ich glaube, dass das Genre auch nicht ganz meins ist.

Fazit: 
Ein sehr ruhiges Buch, das aber eine sehr interessante Geschichte erzählt, mich aber nicht komplett überzeugen konnte.


Verlagsseite

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen