Montag, 1. August 2016

Lolas Rezension zu Rabenfrauen von Anja Jonuleit

In 80 Wörtern durch das Buch:
1959: Sommer in Grösitz. Ruth und Christa sind beste Freundinnen ...
Eine Jugendfreizeit, die ihre Zelte in der Nähe des Heimatdorfs der Mädchen aufschlagen, stellt eine willkommene Abwechslung für die Mädchen dar, die sich alsbald in den attraktiven Erich verlieben.
Christa, blind vor Liebe, verbringt fortan viel Zeit in dem Zeltlager, hinter dem sich eine radikal christliche Gemeinschaft um einen gewissen Paul Schäfer verbirgt. Ruth hingegen zieht sich immer mehr zurück. Schließlich fasst Christa den Plan, mit »Onkel Paul« und Erich nach Chile auszuwandern. 
Mehr als 50 Jahre später stößt Ruths Tochter Anna auf das Geheimnis ihrer Mutter, das diese am liebsten vertuschen möchte.

Zur Autorin:
Anja Jonuleit wurde in Bonn geboren, lebte einige Jahre im Ausland und studierte Italienisch und Englisch. Sie arbeitete als Übersetzerin und Dolmetscherin, bis sie anfing, Romane und Geschichten zu schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Friedrichshafen.

Cover:
Das Cover passt sehr gut zur Geschichte, da es ein Foto zeigt, das in dem Buch vorkommt.

Meine Meinung:
Das Buch ist über die Entstehung der Colonia Dignidad und zeigt die Auswirkungen anhand einer erfundenen Geschichte mit betroffenen Charakteren, die sehr autenthisch sind.
Der Schreibstil war packend und fesselnd, so dass ich das Buch sehr gerne gelesen habe.In dem Buch stehen viele aussagekräftige Zitate, die mich beeindruckt haben und mich auch nachdenklich machten.
Durch die 3 verschiedenen Perspektiven wurde das Buch spannender und noch nachvollziehbarer.
Die Charaktere waren mir sympathisch und ich konnte ihre Handungen nachvollziehen.
Aber trotz der Charaktere und dem Schreibstil konnte mich das Buch erst nach 150 Seiten vollends überzeugen. Das lag an der Perspektive von Anna, Ruths Tochter, die in der heutigen Zeit spielt. Anna war mir sehr lange nicht wirklich sympathisch und auch ihre Geschichte wurde erst nach den erwähnten 150 Seiten wirklich spannend.
Aber dann hatte mich das Buch wirklich und die Wendungen, die kamen, trafen mich unerwartet. Es ist eher ein ruhiges Buch, aber gerade dadurch packend und so bewegend.
Leider kam ich in den 2 Perspektiven aus der Vergangenheit, also Christas und Ruths, häufig durcheinander, weil es bei Christa Jahreszahlen gab und bei Ruth nicht und es mir manchmal so vorkam als würde es nicht zusammenpassen.
Außerdem bin ich mit dem Ausgang einer Nebengeschichte in Annas Handlung nicht zufrieden.
Ansonsten war es ein wirklich toll recherchiertes und faszinierend geschriebenes Buch über Colonia Dignidad, ein Thema, das erst im vergangenen Jahr an Aufmerksamkeit gewonnen hat.
Diese Thematik verdient aber noch mehr Aufmerksamkeit, denn diese Sekte hat grausame Dinge getan und viele Menschen haben unter ihr gelitten und so lässt einen das Buch nachdenklich und emotional zurück, denn auch im Buch wird die Frage immer wieder gestellt und versucht eine Antwort zu finden: Warum lassen Menschen sich so etwas zu?

Fazit:
Ein toll geschriebenes und sehr gut recherchiertes Buch mit tollen Charakteren, bei dem ich mir allerdings immer Jahreszahlen gewünscht hätte und bei dem ein Handlungsstrang schneller an Fahrt hätte gewinnnen sollen.


Verlagsseite

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